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Aktuelle Diskussion: Offene Bildungsressourcen im Bauch des Schultrojaners

Die Diskussion um den Schultrojaner entwickelt sich gerade, angestoßen durch Herrn Larbig, hin zur Frage nach digitalen Schulbüchern. Ist die Zeit reif für ein digitales und frei lizenziertes Schulbuch im Fach Religion?

Nachdem die Schulbuchverlage  mit den Kultusministern der Länder einen Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 Urheberrechtsgesetz (UrhG) abgeschlossen haben, in dem Sie die Schulträger beauftragen, für Sie zu kontrollieren, ob das Urheberrecht im Intranet der Schulen eingehalten wird oder nicht, ist unter dem Stichwort “Schultrojaner” eine vielschichtige Diskussion entbrannt ob und wie nun die gesamte Lehrerschaft unter Generalverdacht gestellt wird. Im Zuge dieser Diskussionen über Datenschutz, Urheberrecht und kommerzielle Interessen stellt sich gleichermaßen die Frage nach der Möglichkeit, wie mit und durch die neuen Medien konfliktfrei unterrichtet werden kann. 

Nun zeigt sich die Resonanz im Netz weniger als Empörung gegen einen Schultrojaner sondern erfreulicherweise mehr als ein Aufbruch hin zu frei verfügbaren Bildungsinhalten.
Offene Bildungsressourcen (engl. Open Educational Resources, kurz OER) sind frei zugängliche, nutzbare und häufig auch modifizierbare Online-Ressourcen für das Lernen und Lehren.
Torsten Larbig gibt in seinem Blog einen Diskussionsvorschlag zum weiteren Vorgehen, gegliedert in drei an Zeiträumen orientierten Zielhorizonten: “Das ist alles diskutierbar und ich stelle diesen Diskussionsvorschlag zur Bearbeitung auch als Etherpad zur Verfügung“.

Nun wird sich zeigen, ob dieses Engagement weitere Beteiligung hervorruft.  Ist die Zeit reif für ein digitales und frei lizenziertes Schulbuch im Fach Religion?

Jörg Lohrer

Leitungsteam rpi-virtuell am Comenius-Institut Münster. Kontakt: Mail, Twitter

2 Gedanken zu „Aktuelle Diskussion: Offene Bildungsressourcen im Bauch des Schultrojaners

  • 12. November 2011 um 12:49
    Permalink

    Schön, dass die Diskussion um OER nun auch in Deutschland stärker wird. Besonders ist das gegenwärtige Engagement von Torsten Larbig zu begrüßen. Allerdings ließe “ein” digitales und frei lizenziertes Schulbuch vieles von den didaktischen Möglichkeiten von OER, die vor allem Peter Baumgartner (http://www.peter.baumgartner.name/search?SearchableText=oer) entfaltet hat, unbeachtet. Abgesehen von den wirtschaftlichen Aspekten ist der Mehrwert eines anders lizenzierten Schulbuches wenig einsichtig.

    Im Zentrum der Überlegungen zu OER geht es um Adaptierbarkeit der offenen Bildungsressourcen für unterschiedliche didaktische Modelle und um die Möglichkeiten der kooperative Weiterentwicklung der Ressourcen. Oder anders gesagt: Es kann nicht einfach um die Entwicklung “eines” kostenlosen Schulbuches gehen, sondern um die kooperative Entwicklung individueller Werke, die auf das eigene didaktische Konzept, die jeweilige Zielgruppe und auf deren Einstiegsvoraussetzungen abgestimmt sind.

    Es wäre schade, wenn wir in der gegenwärtigen Phase der Diskussion hinter diesen Möglichkeiten zurückbleiben. Technisch stehen uns für solche Vorhaben die Türen so weit offen wir noch nie. Wir müssen es nur noch zu ende denken.

    Antwort
  • Pingback: #OpenReli – Was ist das? | OpenReli.de

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