TV-Dokumentation: Jesus und der Islam

In der siebenteiligen Serie „Jesus und der Islam“ widmet sich Arte der Bedeutung Jesu in der islamischen Religion.
Was sagt der Koran über den Heiland der Christen? Was meinen die betreffenden Suren genau? Welche Übersetzung ist richtig? Und welche Interpretation zulässig? Die Dokumentation „Jesus und der Islam“ untersucht es genau.

Die Filme werden am 8. und 10. Dezember 2015 ausgestrahlt und sind bis 7. Februar 2016 verfügbar.

Die Filmemacher haben vier Jahre lang, zum Thema “Jesus im Islam” recherchiert und 26 Religionsforscher aus aller Welt befragt, darunter eine Reihe renommierter Islamwissenschaftler sowie überraschend viele Frauen.

In den ersten drei Teilen, wird zunächst “Die Kreuzigung im Koran” (1) und damit die Frage erörtert, ob tatsächlich Jesus am Kreuz gestorben ist. In “Leute des Buches” (2), wie die Juden in Medina genannt wurden, wird der polemische Umgang des Korans mit der biblischen Überlieferung verhandelt und in “Sohn Marias” (3) die Rolle der einzigen Frau, die im Koran namentlich genannt wird. In jeweils einer Doppelfolge stehen dann Mohammed im Mittelpunkt sowie die Entstehung des Islam im Spannungsfeld zum Christen- und zum Judentum.

Die Kreuzigung im Koran


Jesus nimmt im Koran eine ganz besondere Stellung ein. Die Verse 157 und 158 der Koransure 4 handeln von der Kreuzigung Jesu, die hier jedoch ganz anders dargestellt wird, als in der christlichen Tradition: Dem Text zufolge schien es allen Zeugen der Kreuzigung nur so, als sei Jesus getötet worden. Erlagen die Augenzeugen der Szene einer Illusion? Wurde jemand anders an Jesu Stelle gekreuzigt? Ist Jesus wirklich am Kreuz gestorben?

Die Leute des Buches


In der 4. Sure des Korans erheben „die Leute des Buches“, wie in diesem Fall die Juden in Medina genannt werden, den Anspruch, für den Tod Jesu verantwortlich zu sein. Entgegen der historischen Tatsachen bezichtigen sie sich, den Messias gekreuzigt zu haben. Warum erheben sie diese Selbstanklage? Warum ist der Koran der biblischen Überlieferung gegenüber einmal treu und an anderer Stelle polemisch?

Der Sohn Marias


Der Koran gesteht Maria große Bedeutung zu: Sie ist die einzige Frau, die mit Namen genannt wird. Warum wird Jesus im Koran systematisch als „Sohn Marias“ bezeichnet? Welche Folgen hat diese Bezeichnung, die die „gewaltige Verleumdung“ abzulösen scheint, derer Maria Opfer wurde? Und warum wird Maria als Aarons und Moses’ Schwester angesehen, obwohl diese mehr als ein Jahrtausend vorher lebten?

Das Exil des Propheten


Der Koran geizt nicht mit Auskünften über Jesus, die Person Mohammeds hingegen bleibt schwer fassbar. Über Mohammed verliert der Koran erstaunlich wenig Worte. Welche Berichte über Mohammed sind historisch belegt? Erklären seine Aufrufe zum Monotheismus sowie seine Ankündigungen der Endzeit und des Jüngsten Gerichts, dass er von Mekka nach Medina zog? Warum markiert dieses Ereignis, die sogenannte Hidschra, den Beginn der islamischen Zeitrechnung? Ermöglicht es die Unterscheidung zwischen mekkanischen Suren – denen, die in Mekka offenbart wurden – und medinesischen Suren – jenen die in Medina offenbart wurden? Ist es möglich, die Entstehung und Abfolge der Koransuren chronologisch zu rekonstruieren?

Mohammed und die Bibel


Der Koran nimmt vielfach Bezug auf den Tanach sowie auf christliche Schriften, insbesondere die apokryphen Evangelien. Woher bezog Mohammed dieses Wissen? Woher kamen seine Bibel-Kenntnisse? Hatte er möglicherweise einen oder mehrere Informanten, wie es der Koran nahelegt? Die muslimische Tradition betont, dass der Islam aus einem heidnischen Kontext hervorgegangen ist, doch deutet die Erwähnung Jesu im Koran nicht auch auf jüdisch-christliche Einflüsse hin?

Die Religion Abrahams


Wollte Mohammed eine neue Religion gründen? Warum gilt der Islam als Religion Abrahams? Warum situiert sich Mohammed in der langen Reihe der Propheten gleich nach Jesus? Stehen die Namen von Mohammed und Jesus deshalb beide auf dem Felsendom in Jerusalem? Warum wurde der Islam als häretische Strömung des Christentums betrachtet?

Das Buch des Islam


Im Koran wird Mohammed als Analphabet vorgestellt, als alleiniger Überbringer der unverfälschten, göttlichen Botschaft des Erzengels Gabriel. Wie aber wurde der Text dann verfasst? Wie vollzog sich der Schritt von der mündlichen Überlieferung zur schriftlichen Aufzeichnung? Wie kann Mohammed also als Autor des Korans betrachtet werden?

Jörg Lohrer

Leitungsteam rpi-virtuell am Comenius-Institut Münster. Kontakt: Mail, Twitter

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